Das alte lange Giebelhaus
        steht noch. Seit hundert Jahren
        trotzt es der Zeit, dem Windgebraus
        und schaut noch immer jünger aus
                nach all den Sturmgefahren.

Der First ist nicht mehr lattengrad,
        das Dach hat manche Beule;
        die Traufe sah schon manches Bad
        und überm schmalen Katzenpfad
                hört man zur Nacht die Eule.

Zwei Augen hat die Giebelwand,
        um weit hinauszuschauen
        ins breite freie Weizenland
        von Saum zu Saum, von Rand zu Rand,
                bis in die fernen Auen.

Stark ist der Bau und fest der Grund
        und stämmig steht die Mauer;
        es wohnt sich drinnen trautgesund
        von Kindheit bis zum Kräfteschwund
                bei Freude und bei Trauer.

Es ist nicht groß und ist nicht neu,
        ist räumlich ohne Leere;
        die Wände sind aus Lehm und Spreu,
        doch weiß ich nichts, was noch so treu
                und lieb und schön mir wäre.


Peter Barth
Blumethal - Temeschburg
        

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